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Der Titel Weltkulturerbe als Türöffner

Matthias Ripp
Matthias Ripp
Neupfarrplatz mit Dom
Neupfarrplatz mit Dom

Als „einzige authentisch erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands“ und für seine besondere historische Bedeutung wurde Regensburg im Juli 2006 ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Interview mit Matthias Ripp, Welterbemanager der Stadt Regensburg

Inwiefern profitiert Regensburg von dem Titel Welterbe?

Matthias Ripp: Seit der Ernennung zum Welterbe ist das Medieninteresse an Regensburg noch höher: Journalisten und Filmteams aus der ganzen Welt berichten über die Stadt an der Donau. Aber auch sonst ist die internationale Bekanntheit Regensburgs durch das Prädikat „UNESCOWelterbe“ stark gestiegen. Die Mischung aus historischem Kleinod und lebendiger, moderner Metropole zieht mehr Besucher an als jemals zuvor. Davon profitiert nicht nur die Tourismusbranche, sondern auch Gastronomie und Einzelhandel.
Ein ganz bedeutender Punkt ist die Funktion des Welterbe-Titels als Türöffner. Durch die Auszeichnung haben wir nun Kontakte zu ganz anderen Ebenen und die Chancen bei Förderprogrammen sind gestiegen.

Was bedeutet das Prädikat den Regensburgern selbst?

Matthias Ripp: Die Regensburgerinnen und Regensburger sind stolz auf ihre Heimatstadt. Die Auszeichnung als Welterbestadt ist für viele das Sahnehäubchen. Wir sehen es zudem als unsere Aufgabe, das Bewusstsein der Bürger zu schärfen, was dieser Titel wirklich bedeutet, denn Regensburg steht damit in einer Reihe mit den Pyramiden oder dem Kreml in Moskau. Im Salzstadel wird zur besseren Information ein Welterbe-Zentrum entstehen. Im Parterre sollen Kinder und Jugendliche erfahren, was Welterbe heißt und was es in Regensburg zu entdecken gibt. Im ersten Stock ist eine Dauerausstellung und ein Info-Point geplant.

Gibt es durch den Titel auch Einschränkungen für die Menschen, die hier leben und arbeiten?

Matthias Ripp: Für mich sind keine Nachteile zu erkennen. Zwar schlägt sich der Welterbe-Titel in einer noch sorgfältigeren und intensiveren
Auseinandersetzung mit den denkmalpflegerischen Belangen nieder, das heißt Großprojekte müssen mit der UNESCO abgestimmt werden, aber das halte ich nicht für einen Nachteil. Schließlich wollen die Regensburgerinnen und Regensburger den Titel nicht verlieren und ihre Altstadt weiterhin so lebenswert erhalten.

Was sollten Regensburg-Reisende sich auf keinen Fall entgehen lassen?

Matthias Ripp: Als ich mit meiner Familie das erste Mal in Regensburg war, um sie zu überzeugen, hier unseren neuen Lebensmittelpunkt aufzubauen, bin ich mit Ihnen in den Spitalgarten gegangen. Der Blick auf die Steinerne Brücke und die Altstadtsilhouette ist einfach einmalig.

Interview: Katrin Butz, PR+Werbung Ludwig Faust

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